Das Die-Linke-Parlamentsmitglied Ferhat Koçak sowie Betül Havva Yılmaz und Yurtsever Özdemir, die für das Abgeordnetenhaus kandidieren, statteten dem Cemevi im Rahmen der Kampagne für die strafrechtliche Verfolgung der in Deutschland lebenden Angeklagten des Massakers von Sivas einen Solidaritätsbesuch ab.
Ferhat Koçak (Die Linke) sowie Betül Havva Yılmaz und Yurtsever Özdemir, Kandidierende von Die Linke für das Berliner Abgeordnetenhaus in Neukölln, besuchten das BAT-Cemevi. Die Delegation wurde von Kadir Şahin (2. Vorsitz des BAT-Cemevi), Deniz Yıldırım Caliman (Generalsekretariat des BAT-Cemevi) und Devrim Turan Özdemir vom Frauenrat empfangen und informierte sich über die in Deutschland lebenden Angeklagten des Massakers von Sivas sowie über das rechtliche Verfahren. Begleitet wurde die Delegation von Die Linke von Barensel Ağca und Selin Özdemir von der Organisation Tip Almanya.
Şahin berichtete, man wolle den Prozess überparteilich vorantreiben, und zu diesem Zweck seien im Parlament bereits Initiativen angestoßen worden. Neben der laufenden Unterschriftensammlung würden auch die rechtlichen Aspekte geprüft. Man gehe, so Şahin, „mit Bedacht vor, damit die Angeklagten im Verfahren zum Massaker von Sivas, einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Strafe erhalten, die sie verdienen“.
Koçak betonte, man verfolge den Prozess aufmerksam, unterstütze die Arbeit im Parlament und werde sich nach den bevorstehenden Wahlen mit noch mehr Nachdruck dafür einsetzen. Betül Havva Yılmaz und Yurtsever Özdemir würdigten die Arbeit der alevitischen Gemeinde in Berlin als sehr wertvoll, kündigten an, das Anliegen im Falle ihrer Wahl auch in das Landesparlament zu tragen, und sicherten zu, das Thema stets weiterzuverfolgen.
Als zweites Thema hob Deniz Yıldırım Caliman die Bedeutung von Anti-Alevitischem Rassismus hervor. In den vergangenen Jahren seien hierzu zahlreiche Meldungen eingegangen, und man wünsche sich, dass das Thema im Parlament aufgegriffen wird. Ferhat Koçak erklärte, hierzu könnten Recherchen und Informationsarbeit geleistet werden, und versprach, das Thema in eine nach der Wahl geplante Veranstaltung zum Thema Rassismus einzubringen.
Im Anschluss an das Gespräch informierte Şahin über die Geschichte und die Gründungsphasen des Cemevi und stellte die Arbeits- und Andachtsräume vor. Die Delegation erklärte, künftig gemeinsame Projekte umsetzen zu können, bezeichnete das Treffen als sehr gewinnbringend und versprach ein weiteres Treffen.
Abschließend wünschten Şahin und Yıldırım Caliman Betül Havva Yılmaz und Yurtsever Özdemir viel Erfolg bei der Wahl am 20. September 2026.


